TIPPS ZUR FÖRDERUNG BEI DER ALTBAUSANIERUNG

Erstellt von Simone Wibbe / 27. Oktober 2015 / Blog

Es gibt jede Mengen neue Regeln und mögliche Förderungen in der energetischen Altbausanierung. Wer kurz vor der Sanierung steht, kann gezielt von den neuen Hilfen profitieren.

In den letzten Monaten des Jahres 2015 wird es zwei Neuerungen für Hauseigentümer in Deutschland geben. Ab September steht das EU-Energieeefizienlabel für Heizungen auf der Tagesordnung. Und bis Dezember müssen die EnEV-Regeln zum Mindestwärmeschutz von obersten Geschossdecken umgesetzt werden, berichtet das vom Umweltministerium Baden-Württemberg geförderte Programm Zukunft Altbau. Für den Südwesten Deutschlands ist bereits seit Juli eine weitere neue Regel in Kraft: das novellierte Erneuerbare-Wärme-Gesetz mit einem höheren Ökowärme-Pflichtanteil für Heizungen. Flankiert werden die Neuerungen durch verbesserte staatliche Förderinstrumente, die in den ersten acht Monaten des Jahres in Kraft getreten sind. Sie sollen zu mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand führen. Nicht sanierte Wohnhäuser verbrauchen hierzulande 150 bis 250 Kilowattstunden Endenergie pro Quadratmeter und Jahr. Das ist deutlich mehr als nötig und ist auch wirtschaftlich nicht vertretbar.

Neue Gesetze sollen der Vergeudung jetzt stärker Einhalt gebieten. Seit dem 26. September 2015 müssen neue Heizungsanlagen in der EU ein Ernergielabel tragen. Das Label gibt Auskunft darüber, wie energieefizient die Heizungsanlage ist. Die Bandbreite reicht von A++ bei sehr guter bis G mangelnder Effizienz. Für manche Heizungsmodelle werden mit der Neuregelung schwere Zeiten anbrechen. Weniger effiziente Niedertemperaturgeräte werden bald vom Markt verschwinden. Sie erhalten künftig keine CE-Zulassung mehr. Gasheizungen und Ölheizungen mit Brennwerttechnik werden künftig der Mindeststandard sein. Bis 31. Dezember 2015 müssen außerdem oberste Geschossdecken zu ungeheizten Dachräumen, die nicht in DIN-Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllen, gedämmt werden. Als Wert gilt ein Wärmedurchgangskoeffizient von nur noch 0,24 Watt pro Quadratmeter und Kelvin – ungedämmt kann der Wert bis zu zwei Watt betragen. Die eigentlich bereits seit 2012 bestehende Pflicht wurde in der 2014 novellierten Energieeinsparverodnung (EnEV) präzisiert, da die Frist vorher missverständlich formuliert war. Nicht betroffen sind Hausbesitzer, die im eigene Wohngebäude mit bis zu zwei Wohneinheiten leben uns das Haus vor dem 1. Februar 2002 bezogen haben. Die Nachrüstpflicht gilt dann nur bei einem Eigentümerwechsel und mit einer Frist von zwei Jahren.

Seit 1. Juli gilt zudem im Südwesten das novellierte EWärmeG des Landes Baden-Württemberg. Der Pflichtanteil für Ökowärme in bestehenden Wohngebäuden steigt bei einem Heizungstausch von zehn auf 15 Prozent. Im Gegenzug bietet das EWärmeG nun mehr Möglichkeiten für Hauseigentümer, die Vorgaben umzusetzen. Die Alternative zur Nutzung erneuerbarere Energien werden zahlreicher, hinzu kommt etwa die Kellerdeckendämmung als eine Teilerfüllungsoption. Als Teilerfüllung gilt künftig auch die Erstellung eines Sanierungsfahrplans, einer ausführlichen Energiediagnose. Die Optionen zur Gesetzeserfüllung können nun auch miteinander kombiniert werden.

Wer die neuen Anforderungen umsetzt, profitiert von Fördermöglichkeiten, die so attraktiv sind, wie noch nie. So hat die KfW-Förderbank bereits drei Mal in diesem Jahr die Förderung verbessert, zuletzt am 01. August: Der Höchstbetrag für Sanierungskredite wurde um 25.000 auf 100.000 Euro pro Wohneinheit aufgestockt, der Tilgungszuschuss um 5 Prozentpunkte auf bis zu 27,5 Prozent erhöht. Wer künftig einen Sanierungskredit in Anspruch nimmt, spart durch diese beiden Verbesserungen bis zu 10.625 Euro. Im Südwesten hat die landeseigene L-Bank sogar noch was draufgelegt: Der Tilgungszuschuss steigt um 5 Prozent auf bis zu 32,5 Prozent, wenn die Hauseigentümer im Land bei der L-Bank das KfW-Angebot nutzen. Haussanierer im Südwesten sparen mit der Landesbank-Verbilligung bis zu 5.000 Euro zusätzlich, insgesamt fast ein Drittel des Kredits wird künftig erlassen.

Auch bei Ökoheizungen gibt es mehr Geld vom Staat. Stellen Hauseigentümer Ihre Heizung auf erneuerbare Energien um, erhalten sie seit dem 1. April höhere Zuschüsse. Erhöht wurden die Fördersätze für Pelletheizungen, solarthermische Anlagen und Erdwärmepumpen. Bis zu 600 Euro mehr Geld vom Staat gibt es bei der Basisförderung. Die Invesitionszuschüsse werden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen des Martkanreizprogramms erneuerbare Energien im Wärmemarkt vergeben. Doch wie soll die erhöhte finanzielle Förderung am besten eingesetzt werden? Orientierung geben vor allem qualifizierte Gebäudeenergieberater. Sie haben Erfahrung und sind unabhängig. Vor allem aber erstellen sie nach eingehender Beratung einen umfassenden und langfristigen Sanierungsfahrplan. Die Beratung ist günstig und wird vom Staat finanziell gefördert – seit dem 1. März übrigens deutlich höher. Für eine sogenannte Vor-Ort-Beratung durch qualifizierte Gebäudeenergieberater in Ein- oder Zweifamilienhäusern gibt es jetzt von der BAFA bis zu 800 Euro Zuschuss, das sind 400 Euro mehr als vorher. Für Wohngebäude mit drei oder mehr Wohneinheiten sind künftig 600 Euro mehr vorgesehen, insgesamt maximal 1.100 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: ratgeberbauen24