TIPPS ZUR BAUPLANUNG – AUSGABE 8

Erstellt von Simone Wibbe / 31. Oktober 2015 / Blog

Das Lexikon zum Dachausbau

Dachanhebung: Nachträglicher Einbau oder Vergrößerung des Kniestocks bzw. Drempels eines Steildaches mit dem Ziel, die nutzbare Raumhöhe des Dachgeschosses zu vergrößern. Mit einem speziellen Dachhebesystem wird der komplette Dachstuhl angehoben, der Kniestock bzw. Drempel erhöht, der Dachstuhl wieder gesenkt. Das System ist auch geeignet zur Justierung von Dachkonstruktionen.

Dacheinschnitte: Mit senkrechte stehenden Fenstern bzw. Fenstertüren ermöglichen einen großzügigen Freisitz im Dachgeschoss. Ausreichende Wärmedämmung, Abdichtung  und Berücksichtigung der Stauhöhe von Regenwasser (Schwelle mind. 15 cm hoch einplanen!) sind erforderlich.

Dacherneuerung: Umfasst den kompletten Abriss des vorhandenen Daches und seine Erneuerung ggf. mit geänderter Dachform und Neigung, z.B. durch Errichtung eines Steildaches auf einem bisherigen Flachdach (Aufsattelung). Bei einer Aufsattelung ist vor Planungsbeginn die Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens bei der Bauaufsicht u klären, ggf. durch formlose Voranfrage. Die Dachform ergibt sich weitgehend aus dem vorhandene Grundriss. Die Statik des vorhandenen Gebäudes ist zu überprüfen, Bisher durch Lichtkuppeln belichtete Räume des Flachbaues müssen andere Belichtungsmöglichkeiten erhalten oder zu innen liegenden, künstlich belichteten und belüfteten Räumen umgeplant werden, Die Installationen sind zu überprüfen, Heizung Abwasserleitungen, Stromanschlüssse sind zu erweitern.

Dachgauben: Zur Dachbelichtung ermöglichen senkrechte Fensterflächen. Größe, Form und Anordnung richten sich nach der Dachform, der Dachgröße und dem Lichtbedarf. Kopfhöhe beachten! Die Brüstungshöhe sollte möglichst so niedrig sein, dass ein Ausblicken Sitzen möglich ist.

Dachwohnraumfenster: Aus Holz oder Kunststoff, einbaufertig mit Eindeckrahmen und serienmäßiger Isolierverglasung (auch Wärmeschutz-, Sonnenschutz-, Schallschutz-, Sicherheitsverglasung), als Schwingfenster mit Einhandbedienung, Klapp-Schwingfenster, Hebe-Schiebefenster (klappbar und seitlich verschiebbar), höhenverschiebbares Fenster und Fenster mit Ausstiegsfunktion. Durch die Addition mehrerer Fenster ergeben sich große Fensterflächen. Durch Zusatzelemente können die Fenster nach unten oder oben verlängert werden. Durch Kombination mit einem Dachbalkonelement ist ein Austritt ins Freie möglich. Als Zubehör gibt es einbaufertig Innenfutter, Rollläden, Markisen, Rollos, Faltstores, Jalousetten, Lamellenvorhänge, Gardinenzubehör, und spezielle Beschläge mit Sturm-, Putz- und Kindersicherung, Dauerlüftungsklappe, Luftfilter usw.

Einbauempfehlungen: Fenster Oberkante nicht unter 190 cm / Fenster Unterkante nicht über 100 cm / Fensterbank in ca. 80 cm Höhe / Fensterlänge entsprechend der Dachneigung

Giebelfenster: Zur Belichtung des Dachgeschosses. Der Dachschräge angepasste Giebelfenster oder großzügig verglaste Giebelwände ergeben einen besonders hellen Dachwohnraum. Bei Anordnung der Lüftungsflügel, Dekorationen und Sonnenschutzvorrichtungen ist darauf zu achten, dass die Fenster sich trotz Schräge problemlos öffnen lassen. Spezielle Vorhangkonstruktionen, Lamellenvorhänge, Jalousien und Rollläden für schräge Fensterformen sind im Handel erhältlich.