TIPPS ZUR BAUPLANUNG – AUSGABE 5

Erstellt von Simone Wibbe / 9. Oktober 2015 / Blog

Das Lexikon zu den verschiedenen Hausbauvarianten – Ausgabe 1 von 2

Ausbauhaus: Mit dem Kauf eines Ausbauhauses kann mit dem Bauunternehmen ein weit reichender Leistungsumfang vereinbart werden. Neben dem Tragwerk (Rohbau) werden die bauphysikalisch notwendigen Bauleistungen vereinbart. Dazu gehören der Wärmeschutz, die Luftdichtung der Gebäudehülle, der provisorische Wetterschutz, der bauliche Brandschutz, falls erforderlich der Schallschutz zu fremden Wohneinheiten. Es fehlen sämtliche Innenarbeiten wie die haustechnischen Anlagen, die Innenbekleidungen und Fußböden sowie die Fassaden und Eindeckungen

Außen-Fertig-Haus: Fassaden- und Dachdeckungsarbeiten sind für Eigenleistungen normalerweise wenig geeignet. Die erforderlichen Rüstungen werden von Fachfirmen gestellt. Zur Herstellung eines dauerhaften Wetterschutzes sind umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen erforderlich. Bei einem Außen-Fertig-Haus wird ein erheblicher Teil von wichtigen Arbeiten in Bezug auf die Gewährleistung an eine Fachfirma vergeben. Der Bauherr kann sich bei den Eigenleistungen auf die Innenarbeiten konzentrieren, die von der Baufirma nicht erbracht werden. Sollen auch die Malerarbeiten der Außenbekleidungen in den Leistungen der Fachfirma enthalten sein, ist dies im Vertrag ausdrücklich zu vereinbaren. Dasselbe gilt für Außenanlagen wie Regenwasserabläufe, Hauseingangspodeste, Eingangsüberdachungen, Bodenauffüllungen, Terrassen, Umwehrungen von Fenstern und Balkonen etc.

Bauqualitätskontrolle: Durch unabhängige Experten. Sie prüfen in mehreren entscheidenen Bauabschnitten von der Bauplanung über die Ausführung bis zur Abnahme und erteilen darüber ggf. ein Zertifikat.

Bezugsfertig-Haus: Bei einem Angebot, das ein bezugsfertiges Haus verspricht, entfällt jeder weitere Abstimmungsbedarf zu anderen Gewerken. Es bleibt jedoch auch hier zu klären, welche Außenanlagen und welche Einrichtungen für die Übergabe der Gebäudever- und entsorgung mit ihren Zähler- und Prüfeinrichtungen vertraglich im Leistungsumfang eingeschlossen sind.

Blockhäuser: Als Einfamilienhäuser meist aus einheimischen Nadelhölzern (Fichte, Lärche, Douglasie, Kiefer). Die Außenwände werden als Vollblockwand mit Holzdicken von 14 cm und mehr oder als mehrschichtige Konstruktion ausgeführt. Die Innenwände bestehen aus elementierten Wandtafeln oder aus Vollholz.

Doppelhäuser: Doppelhaushälften haben mit nur drei Außenwänden 25% weniger Wärme übertragende Außenflächen als freistehende Einfamilienhäuser und dadurch einen geringeren Energieverbrauch. Doppelhäuser kommen mit einer geringeren Grundstücksfläche aus. Eine partnerschaftliche Planung und Durchführung der Baumaßnahme für beide Haushälften ist erforderlich und hilft Baukosten zu verringern. Achten Sie auf guten Schallschutz!

Eigenleistungen: Die Arbeitsleistungen, die ein Bauherr selbst, seine Familienangehörigen oder andere unentgeltlich oder auf Gegenseitigkeit beim Bau erbringen. Sie können vom Architekten entsprechend bewertet als Eigenkapitalersatz im Finanzierungsplan berücksichtigt werden. Als Wert wird der Betrag angesetzt, der üblicherweise für die geleistete Arbeit gezahlt werden müsste, wenn Sie ein Bauunternehmer ausführen würde.

Fertighäuser: Typenhäuser, die in kurzer Bauzeit zu einem Festpreis aus vorgefertigten Bauteilen errichtet werden. Musterhausausstellungen vermitteln vorher einen genauen Eindruck. Individuelle Anpassungen sind ggf. möglich. Verschiedene Bauweisen

  • in Massivbauweise aus Schwerbetonteilen, Porenbeton, Leichtbeton
  • in Ständerbauweise aus Holz und Stahl
  • in Tafel- oder Großtafelbauweise
  • in Raumteil- oder Raumzellenbauart
  • als Blockhaus oder Fachwerkhaus

Auch Fertighäuser können barrierefrei errichtet werden, mit stufenlosem Eingang, breiten Türen, großdimensionierten Räumen mit Wendeflächen für Rollstühle, niedrigen Fensterbrüstungen, rollstuhlgeeigneten Bodenbelägen, Spezialschaltern und -beschlägen, mit entsprechender Sanitär- und Küchenausstattung.

Freistehendes Einfamilienhaus: Ist unter Beachtung der Bebauungsvorschriften individuell gestaltbar. Die Familie ist weitgehend ungestört. Das im Vergleich zu anderen Hausformen relativ große Grundstück ermöglicht intensive Garten- und Freiraumnutzung. Mit einfacher Bauweise und gut durchdachten Konstruktionen lassen sich Kosten sparen. Der Energieverbrauch ist aufgrund der größeren Außenfläche höher als bei anderen Hausformen.

Gewährleistung: Mängelhaftung des Auftragnehmers gegenüber dem Auftraggeber. Sie beginnt mit der Abnahme der Bauleistung und beträgt

  • nach dem BGB (Bürgerlichen Gesetzbuch) fünf Jahre
  • nach der VOB (Verdingungsordnung für Bauleitungen) für Bauwerke vier Jahre
  • für Arbeiten an einem Grundstück und für die vom Feuer berührten Teile einer Feuerungsanlage zwei Jahre

Innerhalb der Gewährleistungsfrist steht der Auftragnehmer für die ordnungsgemäße und vertragsgerechte Erfüllung seiner Leistung ein und haftet für Mängel. Allerdings muss der Bauherr bei Gewährleistung nach dem BGB ggf. seinen Anspruch gerichtlich einklagen, während nach der VOB innerhalb der Gewährleistungsfrist eine schriftliche Aufforderung reicht.