TIPPS ZUR BAUPLANUNG – AUSGABE 13

Erstellt von Simone Wibbe / 30. Januar 2016 / Blog

Wo dringen Einbrecher ein?

Einbrüche können leider nicht verhindert werden, aber Sie können behindert werden. Jede Sicherungsmaßnahme kostet den Einbrechern Zeit und erhöht somit sein Entdeckungsrisiko. Durch gezielte Präventivmaßnahmen kann das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, deutlich gesenkt werden. In den letzten Jahren verzeichnete die polizeiliche Kriminalstatistik deutschlandweit um die 145.000 Einbruchsdelikte, d.h. fast alle vier Minuten wird in Wohnungen und Häusern eingebrochen. Die bevorzugten Einstiegstellen der ungebetenen Gäste in Einfamilien- und Reihenhäusern sind Fenster und Fenstertüren (Balkon und Terrassentüren). Bei Wohnungen ist es die Wohnungsabschlusstür. Als Tatwerkzeuge kommen vor allem Hebelwerkzeuge (Brecheisen, große Schraubenzieher) zum Einsatz. Das Einschlagen von Scheiben kommt – entgegen der landläufig verbreiteten Meinung – äußerst selten vor. Stadtbewohner müssen statistisch gesehen mit einem deutlich höheren Risiko rechnen, Opfer eines Einbruchdeliktes zu werden, als Bewohner ländlicher Gebiete.

Grundsätzlich gilt: „Jede Öffnung im Mauerwerk ist eine Schwachstelle“. Aber nicht jede Öffnung ist eine günstige Einstiegsstelle für Langfinger. Besonders gefährdet sind alle Fenster und Türen, die von außen leicht (ebenerdig) zugänglich sind. Hierzu zählen auch Kellerfenster und Nebenzugangstüren, wie z.B. Verbindungstüren von der Garage zum Wohnraum oder Kellertüren, an welchen der Einbrecher oftmals ideale Arbeitsbedingungen (sichtgeschützte Lage) vorfindet. Beim Wunsch zur Verbesserung des Einbruchschutzes sollten diese Schwachstellen vorrangig durch den Einsatz geeigneter Präventivmaßnahmen (Gegenmaßnahmen) gesichert werden. Hilfe bei der Suche dieser besonders gefährdeten Punkte (Schwachstellen) bieten die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen, welche in jeder größeren Stadt vorhanden sind. Sie bieten die kostenlose Begehung des jeweiligen Wohnobjektes an, erstellen eine individuelle Schwachstellenanalyse und geben Tipps zu deren Beseitigung. Von außen leicht zugängliche Fenster und Türen sind vorrangig zu sichern.

Das richtige Verhalten – Einbruchschutz der nichts kostet.

Ein wichtiger Aspekt bei der Vermeidung von Einbrüchen ist das richtige Verhalten. Viele Bewohner laden aufgrund Ihrer Sorglosigkeit, Unvorsichtigkeit und Nachlässigkeit Gelegenheitsdiebe geradezu ein. Sicherungen entfalten nur dann ihre einbruchhemmende Wirkung, wenn sie aktiviert sind. Und sie sind auch dann zu betätigen, wenn man nur „kurz einkaufen“ geht oder im Garten den Rasen mäht. Auch sollten bei Anwesenheit geöffnete Türen oder Fenster nicht unbeaufsichtigt bleiben. Selbst für ungeübte Finger ist ein gekipptes Fenster ohne geeignete Sicherung (z.B. abschließbarer Fenstergriff) ein offenes Fenster. Beim Verlassen des Hauses und vor allem Nachts sollten alle Sicherheitsmaßnahmen in vollem Umfang aktiviert werden, beispielsweise Türschlösser immer zweitourig abschließen, um den vollen Eingriff des Riegels im Schließblech zu gewährleisten.

Hilfsmittel, die in irgendeiner Form dem Täter bei seinem Einbruchsversuch dienlich sein können (Werkzeuge, Steighilfen wie Leitern und Gartenmöbel) sind bei Nichtgebrauch wegzusperren. Auch der Ersatzschlüssel unter der Fußmatte ist nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern gehört zu Nachbarn oder Freunden. Die Verhaltensmaßregeln sind Kleinigkeiten mit großer Wirkung. Sie erfordern einen gewissen Grad an Selbstdisziplin, sollten aber im eigenen Interesse zur Selbstverständlichkeit werden. Wertgegenstände und wichtige Dokumente sollten in einem Tresor oder Geldschrank aufbewahrt werden.