TIPPS ZUR BAUPLANUNG – AUSGABE 12

Erstellt von Simone Wibbe / 25. Januar 2016 / Blog

Einbruchschutz in der Planungsphase

Bauherren sind gut beraten, wenn sie bereits in der Planungsphase von Neubauten geeignete Schritte für ein sicheres Eigenheim treffen und somit spätere, teure Umbauaktionen vermeiden, z.B. bei Wahl des Bauplatzes, geeignete Bepflanzung usw. Wer in Einbruchsicherung investieren will, sollte stets als ersten Schritt eine der knapp 300 kriminalpolizeilichen Beratungsstellen in Deutschland aufsuchen. Die Beamten bieten kostenlose Begehungen des Wohnobjekts an und erstellen einen individuellen Lösungsvorschlag. Zudem liegen bei den Beratungsstellen Listen über einbruchhemmende Produkte und Fachbetriebe für den richtigen Einbau aus. Ergänzende Präventivmaßnahmen sind zusätzliche Maßnahmen die die „kriminogene Situation“ entschärfen sollen, d. h. Dieben, vor allem Spontantätern, den Anreiz nehmen. Jede Maßnahme, die den Täter Zeit kostet oder Lärm verursacht, ist ein kleiner Beitrag, ihn auf einem Weg möglicherweise von seinem Vorhaben abzuhalten. Je mehr Steine auf seinem Weg ins Haus liegen, um so besser. Ein „normaler“ Zaun ist kein Hindernis im einbruchhemmenden Sinne, doch zumindest eine kleine psychologische Barriere. Vorschläge hierfür sind:

  • keine oder nur gesicherte Steckdosen im Außenbereich
  • Vermeiden von Steighilfen und Objekten mit leiterähnlichem Effekt im Außenbereich oder gar an der Außenwand (Torfsäcke, Spaliergitter, Sichtschutzwände usw.)
  • Haustiere, die auf Fremde reagieren (Wachhund)
  • intakte Nachbarschaft (auf Nachbargebäude Acht geben, im Urlaub Licht hin und wieder einschalten usw.)
  • Zugangsweg mit geräuscherzeugendem Kies belegen
  • Schilder (Warnung vor dem Hunde) am Gartentor
  • Alarmanlagen-Attrappen am Haus anbringen u.a.

Zur Verbesserung des Einbruchschutzes stehen elektronische und mechanische Sicherungstechniken bzw. deren Kombination zur Verfügung. Unter der Bezeichnung elektronische Sicherheitsmaßnahmen fallen Alarmanlagen, so genannte Überfallmeldeanlagen (UMA) und Einbruchmeldeanlagen (EMA). Diese Einrichtungen melden lediglich einen Einbruch, verhindern ihn aber nicht. Eine „Direktaufschaltung zur Polizei“ wird nur in Ausnahmefällen genehmigt. Im Allgemeinen werden bei einem Alarm private Sicherheitsdienste verständigt, die nach Besuch des Objektes entscheiden, ob die Polizei verständigt wird oder nicht. Unter mechanische Sicherungsmaßnahmen fallen diejenigen Produkte, die einem Einbruchversuch einen mechanischen Widerstand entgegensetzen, d.h. der Einbrecher muss mehr Zeit für seine Vorhaben aufwenden bzw. er scheitert. Es gilt: Vorrangig mechanisch absichern und dann – bei erhöhtem Einbruchsschutz – ergänzend Kombination mit elektronischen Sicherungsanlagen:

  • Erhöhung des mechanischen Widerstandes von Fenster und Türen durch Nachrüstsicherungen. Dazu gehören Zusatzverriegelungen, z.B. Fensterriegel-Schlösser, Schwenkriegel-Schlösser, Stangenschlösser, Teleskopstangen, Bandseitensicherungen, Hintergreifhaken etc.
  • Anbringen von Gittern und Rolläden an leicht erreichbaren und häufig gekippten Fenstern. Diese Gitter aus massiven Stäben sollten einen möglichst geringen Stababstand aufweisen und fest von außen unlösbar im Mauerwerk verankert werden.
  • Austausch zu schwacher gegen hochwertigere Komponenten, z.B. bei Türen: Schließzylinder, Einsteckschloss, Schutzbeschlag, Türbänder, Schließbleche etc.
  • Austausch des gesamten Bauelements durch ein DIN-geprüftes einbruchhemmendes Element. Die Auswahl der am Markt erhältlichen Tür- und Fensterelemente ist groß.

In unserer nächsten Blog-Ausgabe informieren wir über die Themen „Wo dringen Einbrecher ein“ und „Das richtige Verhalten – Einbruchschutz der nichts kostet„.