Carport selber bauen: So geht’s

Erstellt von Simone Wibbe / 29. September 2015 / Blog

Der Carport macht der klassischen, massiv gebauten Garage Konkurrenz: Er ist preisgünstig, wandlungsfähig und findet fast überall auf dem Grundstück einen Platz. Die vergleichsweise einfache Konstruktion lädt dazu ein, den Carport selber zu bauen.

Mit einem Carport Bausatz können geübte Heimwerker ihren Carport selber bauen. Namhafte Hersteller oder Händler liefern die vorgefertigten Teile bis vor die Haustür, legen eine ausführliche Aufbau-Anleitung bei, geben fünf Jahre – aufs Dachmaterial oft sogar zehn Jahre – Garantie und übergeben dem Kunden bei Bedarf auch die notwendigen Bauantrags-Unterlagen. In jedem Fall sollten sich Interessenten vorher über den Lieferumfang genau informieren, da Holzbaufirmen nicht unbedingt auch die Dachziegel für das Satteldach oder die Anker für die Fundamente mitliefern.

Baugenehmigung?

In den meisten Bundesländern ist eine Baugenehmigung für den Carport nötig, manchmal genügt eine Bauanzeige. Vor Baubeginn empfiehlt sich daher eine Anfrage beim zuständigen Bau- oder Stadtplanungsamt.

Fundament – ja oder nein?

Im Gegensatz zur massiven Garage benötigt ein Carport kein klassisches, rundum laufendes Betonfundament; doch auch wer sein Carport selber bauen will, muss die Holzträger des Carports dennoch gut im Boden verankern, denn schließlich soll er auch einem Sturm widerstehen. Dazu werden etwa spatenbreite Löcher mit erdfeuchtem Fertigbeton verfüllt. Diesen gibt es sackweise im Baumarkt, er muss nur noch angerührt werden. Bevor man die Betonmischung feststampft, werden sogenannte H-Anker eingesetzt. Wer den angelieferten Carport Bausatz nicht zwischenlagern will, sollte die Bodenverankerungen mindestens ein bis zwei Wochen vor Anlieferung herstellen, damit der Beton aushärten kann. Wichtig: Maße des Carports vorher beim Lieferanten erfragen.

Das kostet ein Carport Bausatz

Eine eher schlichte Ausführung bekommt der Heimwerker, der sein Carport selber bauen will, bei Selbstabholung bereits für unter 800 Euro. Ein Carport Bausatz der Mittelklasse für ein Carport mit Flachdach von rund drei mal fünf Metern aus KVH (Konstruktionsvollholz), ist zu Preisen zwischen 1.200 bis 1.500 Euro zu haben, während eine entsprechende Konstruktion mit Satteldach und Geräteraum etwa 2.000 bis 3.000 Euro kostet.

Bei den hölzernen Ausführungen bestimmen neben Größe und Lieferumfang vor allem die Holzarten den Preis. Am günstigsten sind Kiefer und Fichte. Diese Hölzer sollten gegen Insekten- und Pilzbefall geschützt werden, sofern nicht bereits der Hersteller eine Kesseldruckimprägnierung vorgenommen hat. Eine Holzlasur wappnet den Unterschlupf auch noch gegen Regen. Am teuersten ist die witterungsbeständige Douglasie. Sie benötigt keinen chemischen Holzschutz, denn sie trotzt Wind, Wetter, Insekten und Pilzsporen von Natur aus.

Bei Carports mit einem Flach- oder Pultdach sind Trapezbleche und Wellpolyester die gängigsten Dacheindeckungen. Gegen einen vergleichsweise geringen Aufpreis bieten einige Hersteller auch Gründächer an.

Der richtige Platz fürs Carport

Soll der Carport auf dem Grundstück ganz nach vorn, benötigt man nur wenige Meter befestigte Fahrspur. Passt er direkt ans Haus, braucht er sehr wenig Platz und muss nur auf einer Seite abgestützt werden. Oft werden Seitenwände für den Carport nur als Sichtschutz angebracht; sollen sie jedoch auch als Wetterschutz dienen, ist es ratsam, sie an der Nord-, Nord-Ost – oder Nord-West-Seite zu montieren. Sehr vorteilhaft ist ein in den Carport integrierter Geräteraum, der Fahrrädern, Winterreifen oder Gartengeräten Unterschlupf bieten kann.

 

 

Quelle: bauen.de